Haus und Schiff, Sonnenschirmen, Uferpromenade in Meersburg mit Palmen

Bodensee

Highlights

  • die paradiesisch schöne Blumeninsel Mainau
  • UNESCO Welterbe Klosterinsel Reichenau und Unteruhldinger Pfahlbauten
  • historische Städtchen vor majestätischem Bergpanorama
  • Bade- und Wanderurlaub im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz

Palmen in Deutschland? Ja wirklich, es gibt sie! Am Bodensee versprühen sie Südseefeeling zwischen Alpenpanorama, Inseln und mittelalterlichen Städten.

Eine fantastische Reise

Vielleicht sitzt du gerade gemütlich zuhause auf dem Sofa, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, und planst deinen nächsten Urlaub. Vielleicht pendelst du auch jetzt in diesem Moment im überfüllten Zug zur Arbeit und träumst dich an andere Orte, während um dich herum die anderen Fahrgäste geschäftig auf ihren Laptoptastaturen klackern. Oder du langweilst dich gerade in der Vorlesung, während der Professor vorne schon wieder im Affenzahn vier Tafeln mit kryptischen Formeln vollschreibt. Eigentlich ist es total egal, was du gerade machst: Lehn' dich doch einfach mal für einen Moment zurück, atme tief durch und komm mit uns auf eine Reise! Stell dir jetzt vor, du spaziertest gerade über eine Insel. Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel hinab. Auf deinem Weg wirst du begleitet vom süßlichen Duft von Abermillionen Blumen, die in bunt getupften Beeten den Wegesrand säumen. Du schlenderst vorbei an exotischen Pflanzen, deren Namen du nicht einmal kennst, und freundliche Gesichter lachen dich aus tiefgrünen Hecken heraus an. Es ist heiß und du freust dich über den Schatten, den die riesigen Mammutbäume um dich herum spenden. Als du weiter gehst, vernimmst du das leise Plätschern von Wasser, und als du aus dem Zwielicht der Bäume trittst, entdeckst du eine majestätische steinerne Treppe, über deren Stufen das glitzernde Nass hinabrinnt.

Die Insel, auf der du dich befindest, liegt in einem See, der so groß ist, dass man ihn fast für ein Meer halten könnte. Ein riesiger Fluss fließt mitten durch den See hindurch. Wie wunderschön es hier doch ist, denkst du, dann schließt du die Augen und plötzlich hebst du ab, fliegst hoch über die Insel und den See hinaus, bis du dich auf einer Höhe mit den großen Luftschiffen befindest, die lautlos an dir vorbeigleiten. Von hier oben erkennst du, dass der See umgeben ist von sanften Weinhängen, und in der Ferne entdeckst du die Gipfel schneebedeckter Berge. Das Blau des Wassers unter dir wird unterbrochen von einer Vielzahl an Inseln und an das Ufer des Sees schmiegen sich mittelalterlich anmutende Städtchen, deren Häfen von riesigen Löwen und mystisch anmutenden Figuren bewacht werden. Du glaubst, diesen Ort kann es nur in deiner Fantasie geben? Weit gefehlt! Was klingt wie die Beschreibung einer wundersamen Traumwelt existiert tatsächlich! All dies und noch viel mehr kannst du dir ansehen. Du musst dafür lediglich an den Bodensee im Süden Deutschlands reisen. Aber von vorne.

Palmen in Deutschland

Der Ort, an dem wir unseren kleinen Tagtraum gerade begonnen haben, ist die Insel Mainau. Sie liegt mitten im 63 km langen Bodensee und wird wahrlich nicht umsonst als Blumeninsel bezeichnet. Auf 45 Hektar findet sich hier eine farbenfrohe Pflanzenoase, die auch die schönsten Parks und Gärten noch vor Neid erblassen lässt. Ob Tulpen, Zypressen, Zitronenbäume, Rhododendren, Rosen oder Dahlien: Die Auswahl an Pflanzen lässt hier keine Wünsche offen und begeistert zu jeder Jahreszeit mit ihrer ganz individuellen Komposition. Aufgrund des mediterranen Klimas am See gedeihen hier auch Pflanzen, die man in Deutschland ansonsten eher selten antrifft: so wie die Palmen, die vor der Kulisse des türkisblauen Wassers echtes Südseeflair versprühen.

Eine Blumeninsel mit Geschichte

Die Historie der heutigen Blumeninsel ist lang und von einer schwindelerregenden Anzahl an Besitzwechseln gekennzeichnet. Im Jahre 1853 erwarb Großherzog Friedrich I. das Eiland im Bodensee – eine Tatsache, die den weiteren Verlauf ihrer Geschichte bis heute geprägt hat, gilt er doch als der Begründer der heutigen Parkanlage. Einige Jahre nach seinem Tod gelangte die weitervererbte Insel in den Besitz des schwedischen Königshauses und somit sogar bereits zum wiederholten Mal in schwedische Hand: Schon während des dreißigjährigen Krieges wurde das Eiland nämlich für zwei Jahre von schwedischen Truppen besetzt. Mit der mehrfachen historischen Verbindung zu Skandinavien lässt sich jedenfalls auch begründen, warum die Schwedenthematik heute rund um die Insel herum immer wieder in Erscheinung tritt. Immerhin werden die Besucher bereits auf der Brücke zur Mainau von einer im niedrigen Wasser stehenden Skulptur begrüßt: dem sogenannten Schwedenkreuz. Der Überlieferung nach wurde es aufgrund seines immensen Gewichts beim Abzug der schwedischen Truppen zurückgelassen. Und auf der Insel selbst kann man am Schwedenturm vorbeispazieren, oder in der Gaststätte Schwedenschenke pausieren, um neue Energie für die weitere Inselerkundung zu tanken. Der Urenkel von Großherzog Friedrich I., Lennart Graf Bernadotte, war es schließlich jedenfalls auch, der den Park der Öffentlichkeit zugänglich machte und begann, ihn zu einem wahren Pflanzenparadies umzugestalten. Auch heute noch ist die Mainau in fester Hand der gräflichen Familie, die ihre Oase im Bodensee mit viel Liebe zum Detail hegt und pflegt. Bemerkbar macht sich das besonders in den sorgsam gestalteten Beeten, in Elementen wie der Italienischen Blumenwassertreppe und in den spielerischen Besonderheiten der Insel, die sowohl einen Kletterwald, einen Streichelzoo als auch einen wassergefluteten Spielpark für Kinder zu ihrem Repertoire zählt. Die Liste an Highlights, die Mainau zu bieten hat, ist in jedem Fall beachtlich. Zu ihren weiteren Attraktionen zählen das Schmetterlingshaus, die barocken Inselbauwerke sowie ihr außergewöhnlicher Baumbestand – sogar einige echte kalifornische Mammutbäume haben es bis auf die Insel geschafft.

Ein Spaziergang im Dreiländereck

Die Blumeninsel im Bodensee ist jedoch bei weitem nicht das einzige Fleckchen Erde in dem Gewässer. Eine Insel, bei der gerne einmal vergessen wird, dass sie eben genau dies ist, findet sich in Lindau, dessen alter Stadtkern selbst ein Eiland ist. Bei einem gemütlichen Rundgang am Ufer entlang kann man hier in aller Ruhe die außergewöhnliche Kulisse mit den Segelschiffen auf dem Wasser und den Gipfeln der Alpen im Hintergrund genießen. Die Lage des Bodensees ist jedoch nicht bloß aufgrund des atemberaubenden Alpenpanoramas etwas ganz besonderes: Tatsächlich grenzen neben Deutschland nämlich auch noch Österreich und die Schweiz an das Gewässer an – perfekte Voraussetzungen für unkompliziertes Länder-hopping und beste Ausgangslage für einen kombinierten Bade- und Wanderurlaub. Den Höhepunkt eines jeden Spaziergangs durch Lindau markiert übrigens ihre außergewöhnliche Hafeneinfahrt: Seit 1856 wachen hier Deutschlands südlichster Leuchtturm und die Skulptur des Bayerischen Löwen gemeinsam über den Zugang zur Stadt. Wer gerne die Übersicht behält kann den Leuchtturm sogar erklimmen und auf rund 30 Metern Höhe die Aussicht über die Stadt mit ihren historischen Gebäuden und alten Villengärten genießen.

UNESCO Weltkulturerbe am Bodensee

Die größte Insel im Bodensee wiederum ist die Klosterinsel Reichenau, die sogar mit einem UNESCO Weltkulturerbe-Titel geadelt wurde und die Besucher der Region mit prachtvollen Bauwerken und lieblicher Natur in Empfang nimmt. Und dabei ist sie nicht das einzige Weltkulturerbe am See: Unter der schillernden Oberfläche verbirgt sich nämlich sogar das einzige UNESCO Erbe weltweit, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Lage unter Wasser nicht direkt besichtigt werden kann. Glücklicherweise muss man sich nicht erst den Taucheranzug überstreifen, um einen Eindruck von den historischen Überresten der Pfahlbau-Siedlungen bei Unteruhldingen zu bekommen, denn Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum ermöglicht einen komfortablen Rundgang durch die Rekonstruktionen der ursprünglichen Gebäude.

Zeppeline zwischen Konstanz und Meersburg

Neben den Inseln einen Besuch wert sind in jedem Fall auch die vielen schnuckeligen Städtchen, die sich entlang des Seeufers reihen. So bietet zum Beispiel im beliebten Meersburg der mediterrane Charme der Uferpromenade mit ihren Palmen und Sonnenschirmen einen interessanten Kontrast zu der massiven Burg, die das Zentrum der Stadt dominiert. Auch in Konstanz, der größten Stadt am Bodensee, kann man wunderbar durch historische Gassen schlendern, die örtliche Gastronomie genießen und am Ufer flanieren. Fans der Luftfahrtgeschichte wiederum werden in Friedrichshafen voll auf ihre Kosten kommen: Den Luftraum rund um die Stadt nutzte einst der Luftschiff-Pionier Graf Ferdinand von Zeppelin, um seine berühmten Starrluftschiffe zu testen. Auch heute noch gleiten die ellipsenförmigen Gebilde nahezu lautlos über dem See durch die Luft und ermöglichen den Urlaubern der Region bei einem Rundflug eine besondere Perspektive auf das Wasser. Von ganz weit oben – am besten erkennt man es auf den Satellitenbildern aus der Region – lässt sich übrigens auch eine weitere geographische Besonderheit des Sees begreifen. Dieser wird nämlich wahrhaftig von einem Fluss durchschritten – und zwar keinem geringeren, als dem Rhein, einer der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt.

Vom Bodensee bis Schloss Neuschwanstein

Sollte irgendwer jetzt immer noch nicht überzeugt davon sein, dass der Bodensee in vielerlei Hinsicht das perfekte Reiseziel darstellt, dann hätten wir da noch ein finales Verkaufsargument: Deutschlands berühmtes Märchenschloss Neuschwanstein befindet sich nur ca. 100 Autokilometer vom östlichen Ende des Sees entfernt und liegt somit als Ausflugsziel in greifbarer Nähe. Wenn das mal nicht die perfekte Ergänzung für ein einmaliges Urlaubserlebnis ist!